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Georg Boettcher - Ein Autor stellt sich vor!


Versuch einer autobiographischen Selbstdarstellung!

Als ich am 05. März 1963 das Wolframlicht dieser Welt erblickte, konnte noch niemand ahnen, was aus mir kleinen Würmchen, welches als langhaariger Bombenleger geboren wurde, einmal werden würde. 

Ernsthaft, die Hebamme musste mein Gesichtchen erst von dem Gestrüpp freischneiden. Das diese Dame mich dann vor Lachen fallen ließ, als sie mich zum ersten Male sah ist ein Gerücht, welchem ich an dieser Stelle entschieden entgegen treten möchte.

Was allerdings stimmt ist, dass ich ein Frühchen war und dementsprechend, zunächst in einen Brutkasten musste. Wodurch ich zum ersten Autorennen, meines gerade erwachten Lebens kam, da ich eine Hausgeburt war. Boah, ich sag es euch, kaum war ich im Krankenhaus, da schlossen die Ärzte schon Wetten darauf ab, wann ich mein noch nicht vorhandenes Breilöffelchen wegschmeiße. So kam es dann auch, dass ich dank meines alten Herrn auf die Vornamen ‚Olaf-Georg‘ Notgetauft wurde.

Der erste Vorname bescherte mir übrigens später so einige unruhige Tage. Sprich ich wurde, dank der Fernsehwerbung, verarscht ohne Ende. Ich sage nur: „Olaf hat husten…!“ Kinder können echt grausam sein.  

Ebenfalls entspricht es der Wahrheit, dass ich ein richtig braves Baby war, welches den ganzen Tag artig vor sich hin grinste oder einfach nur schlief. Logisch, schließlich war ich schon immer Nachtaktiv. Dementsprechend rockte ich die Wohnung genau dann, wenn sich meine Eltern zur Ruhe betten wollten. Hat auch prima geklappt, wie die Jahresringe unter den Augen meines Vaters heute beweisen.

Irgendwann war es dann soweit und Klein Georg sollte eingeschult werden. Und was sage ich euch? Der Schulleiter fand mich 1969 noch nicht reif genug und ich wurde ein weiteres Jahr zurückgestellt. Hallo? Ich meine was hat er erwartet, dass ein Arnold Schwarzenegger-Verschnitt mit Riesenpuller bei ihm eingeschult würde? Echt mal, ich war damals sechs Jahre alt und musste mir anhören, dass ich zu klein wäre für mein Alter. Viel größer war ich allerdings ein Jahr später auch nicht, doch dafür hatte ich ein gaaanz tolles Spielzeug an mir entdeckt, was mir dann mit elf Jahren besonders viel Spaß machen sollte. Aber das steht auf einem anderen Blatt und gehört nicht hierher…

Meine Schulzeit war auch eher durch folgende Merkmale geprägt, Außenseiter und Punshingball. Das Problem war halt immer, dass ich für mein Alter recht klein gewesen bin, dadurch bedingt auch entsprechend schwächlich. Weshalb ich gerne als Katalysator für Wutausbrüche und schlechte Scherze, meiner Klassenkameraden genutzt wurde. Unvorstellbar, wie sie reagiert  hätten, wenn sie damals gewusst hätten, das ich schwul bin.

Unter solchen Voraussetzungen hat man natürlich entsprechend wenige Freunde. Aber den wenigen die ich damals hatte, bin ich heute noch dankbar, dass sie mich für voll genommen haben. Sie haben mir auf diesen Punkt meines Lebens zurückblickend, wenigstens einige unbeschwerte Augenblicke beschert. Ein Abschnitt der übrigens, obwohl ich kein schlechter Schüler war, leider nur mit Erreichen des Hauptschulabschlusses endete…

Da ich aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen, die Möglichkeit erhalten sollte, in Bremen, eine Ausbildung in einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen zu machen, die Internatsplätze dort aber begrenzt waren, musste ich zunächst noch ein Jahr überbrücken. Dieses Jahr brachte allerdings für mich gar nichts außer, dass ich wiederum als Wutkatalysator dienlich war. Deshalb lasse ich diesen Punkt aus…

Die Zeit meiner Ausbildung dagegen zähle ich heute zur schönsten meines Lebens. Nicht zuletzt deshalb, weil ich in Bremen meinen ersten festen Freund kennen und lieben lernte. Auch wenn diese Zeit unter keinem guten Stern stand, denn zunächst war uns der § 175 im Wege, was zu einem ständigen Versteckspiel führte, auch wenn wir in seiner Mutter eine verständnisvolle und Weltoffene Verbündete fanden. Umso schwerer war es für mich, als ich nach Ende meiner Ausbildung keine Arbeit fand und deswegen zurück in meine alte Heimat musste.

Verliebt und Arbeitslos, konnten wir so bis zu seinem viel zu frühen Tod, nur noch eine Wochenendbeziehung führen. Er hatte 1984 einen nicht verschuldeten Motoradunfall und wurde mit HIV verseuchtem Blutplasma versorgt. Ein Jahr später starb er, als 19 jähriger in meinen Armen. Eine schmerzliche Lücke, die nie wieder ganz geschlossen werden konnte…

Als Arbeit suchender, warst du auch in den 80ern schon Spielball des Amtes für Stempelangelegenheiten. Da kommt man schon auf so kuriose Ideen, wie in die DDR rüberzumachen. Mit meinem Wissen, welches ich in der Ausbildung erlangt hatte, wäre ich dort mit offenen Armen empfangen worden. Diese Pläne wurden allerdings als sie konkreter wurden durch den Mauerfall vereitelt, blieben also in der untersten Schublade liegen. Aber zurück zum Amt für Stempelangelegenheiten. Bis Ende der 80er Jahre, gab es diverse Versuche, mich über spezielle Schulungen für meinen erlernten Beruf fit zu halten und mich ein wenig weiterzubilden. Diese Versuche blieben übrigens trotz bundesweiter Bewerbungen fruchtlos…

Um wenigstens etwas Vernünftiges um die Ohren zu haben, beschloss ich in den 90ern eine Umschulung zum Fotografen zu machen. Es folgten zwei interessante Jahre, in denen ich auch hin und wieder hübsche Boys, im Adamskostüm ablichten durfte. Mit dieser abgeschlossenen Ausbildung in der Tasche, begann für mich die Zeit, in der ich meine Liebe zum Schreiben wiederentdeckte. Als freiberuflicher Journalist für die Nordwest Zeitung, musste ich mich zwar überwiegend, auf die Niederschrift von Neuigkeiten, aus der Region beschränken. Dennoch bekam ich auch die Möglichkeit, die eine oder andere Homestory zu verfassen. Doch leider war diese Zeit nach sechs Jahren beendet, weil man mir mangels Studium, keine Festanstellung ermöglichen konnte.

So wurde ich ‚Callboy‘. Nein nicht was ihr denkt, ich arbeitete in einem seriösen Call-Center und nahm ernsthafte Gespräche zwecks Kundenbetreuung entgegen. Leider wurde ich dort nach 5,5 Jahren entlassen und bin seitdem wieder mal Arbeit suchend.

Allerdings hatte ich dadurch Zeit, meine Leidenschaft richtig zu kultivieren, das Schreiben von Geschichten. Aktuell könnt ihr hier die erotische Lebensgeschichte, des Gaypirs Leon D verfolgen. Aber ich schreibe nicht nur erotische Stories, als Beispiel dafür, dient die Kurzgeschichte Cisco dreht auf! Der Zwergpudel ist übrigens eine Figur aus meinem Jugendroman Heim – weh. Eine Geschichte die ich im vergangenen Jahr in der Osterzeit in einem Internetforum aus der Taufe hob. Darin erzähle ich die Geschichte des homosexuellen Jugendlichen Alexander Winter, der zwei Jahre als Streetkid in Bremen auf den Strich gegangen ist, bevor er als fünfzehnjähriger, über ein paar kleine Umwege, in ein geregeltes Leben und geordnete Verhältnisse zurückfindet. Wobei die Geschichte an der Stelle einsetzt, wo eben dieser entscheidende Schritt sich langsam vollzieht.

Im nächsten Jahr hoffe ich, Heim - weh inklusive der Fortsetzung Neue Wege als erstes, richtiges E-Book vermarkten zu können. Denn mit dieser Story habe ich mir einen persönlichen Traum erfüllt. In einigen Köpfen meiner Leser hat bereits ein Umdenken stattgefunden. Sie sehen nicht mehr weg, sondern versuchen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, Streetkids zu helfen. Ein Teilerfolg, auf den ich sehr stolz bin.

Was möchte ich noch erreichen?

Mit diesem Blog, möchte ich auf mich und andere schreibende Kollegen, als ernst zu nehmende Autoren aufmerksam machen. Auch aus diesem Grunde biete ich hin und wieder ältere Geschichten von mir, als kostenlose E-Books im PDF Format an, um euch als Leser an mich zu binden und euch für wenige Stunden den Alltag vergessen zu lassen.


Georg Boettcher

Kommentare:

  1. Obwohl du es humorvoll geschrieben hast, stimmte mich deine Selbstdarstellung nachdenklich. Selbst ich habe hier auch Neues von dir erfahren. Oder hatte ich es bloß verdrängt? :D

    Du weißt, wie sehr ich dich schon als Mensch schätze. Und wenn ich dann noch das mit bewerte, was du leistest in deinen Geschichten/Büchern, dann fallen mir mehr Superlative ein, wie ein Kommentar an Worten insgesamt haben sollte. ;)

    Du bist ein fantastischer Wortakrobat und schaffst wundervolle (Lese)Welten, in die man getrost abtauchen kann, weil sie in ihrem Genre jeweils fabelhaft sind.

    Bei deinen Geschichten kann ich lachen, weinen, grübel, zetern. Mich erschrecken oder gruseln. Ich kann auch mein XXX aus der Hose...ach ne...die Erfahrung schildere ich mal nicht näher, die soll jeder deiner Leser lieber selber machen. ;)

    Wahrscheinlich nicht so oft so gemeint wie ich es meine. Bleib wie du bist! Und bleibe vor allem von Schreibblockaden verschont, damit ich auch weiterhin lesen darf, was du schreibst.

    Ich habe die Hoffnung und den Wunsch dir in irgendeiner Art und Weise bei deiner Zielerreichung behilflich sein zu können.

    Warten wir ab, was die Zukunft GUTES bringt. ;)

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  2. Ich danke Daniel das er mich auf diese Seite geführt hat. Ich kann Dich voll und ganz verstehen lieber Olli, bzw. Olav. Deine Selbstdarstellung hat mich tief bewegt.

    liebe grüße
    Mark

    (du kennst mich unter einem anderen Namen)

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  3. Hallo Ollie,

    es war sehr interessant für mich zusätzlich zu deinen Geschichten welche ich wie Du ja weißt verfolge auch deine Biographie kennen zu lernen.

    Man kann sich doch nun auch ein klein wenig ein Bild von dem Autor und Menschen machen welcher dahinter steht. Ich freue mich nun schon wieder das neueste von Dir zu lesen und bis dahin

    lg

    Christian

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  4. Ich kann nicht verstehen, wenn man die erzählende Darstellung von sexuellen Handlungen immer als "Porografie" abqualifiziert. Alle poppen mehr oder weniger still vor sich hin, nur wenn einer darüber schreibt oder spricht, ist es schmutzig. Namhafte Autoren der Literatur schaffen wunderbare Welten, in die sie den Leser führen. Da wird nichts ausgelassen. Aber wenn es um das Thema Sexualität geht, werden nur noch verstohlende Andeutungen gemacht, die Schlafzimmertüre wird dem geneigten Leser vor der Nase zugeschlagen.
    Es ist schön, dass mal ein guter Autor solche Geschichten erzählt, ohne dass sie pornografisch wirken.

    Danke, Georg Boettcher

    Dein David Locke

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